dankbarkeit - zuviel des guten?

Je länger ich Mutter bin umso mehr kommt mir der Verdacht, dass es sich hier um ein "gebe alles - erwarte bloß nichts zurück"-Ding handelt! Je weniger Erwartungen ich an meine Tochter habe, gerade im Bezug auf Dankbarkeit ihrerseits gegenüber eventuell gebrachter Opfer meinerseits, desto besser überstehe ich das Ganze wohl...

Aber das macht diese ganze Erziehungsgeschichte echt anstrengend! Wie oft empfinde ich, dass ich gerade etwas vielleicht für mich wichtiges aufgegeben habe zugunsten einer Sache, die meiner Tochter wichtig ist - und es kommt nichts zurück? Habe ich da eine zu hohe Erwartungshaltung? Ist es das Vorrecht der Jugend, zu nehmen und nicht zu danken, ja sogar zu erwarten, das von den "Alten" gegeben wird? Oder ist es ein selbstgezüchtetes Problem - entstanden durch Aufopferung zum Wohl des Kindes, obwohl selbiges nie wirklich danach verlangt hat? Eine normale Reaktion auf das alles bekommen und an erste Stelle gestellt zu werden, ohne jedoch je geäußert zu haben, dass es das möchte?

Ich merke nur, wie mich das langsam echt frustriert, denn ich habe sehr oft das Gefühl, dass ich eine Entscheidung so fälle, das meiner Tochter den größten Nutzen davon trägt und sogar eher zurückstecke und etwas mache, was sie gerne möchte - schon allein deshalb, damit sie nicht murrt und mehr oder weniger bereitwillig mitmacht..., und irgendwie dabei meine eigenen Interessen mehr und mehr unberücksichtigt bleiben!

Und dann wundere ich mich, warum sie immer öfter murrt und ich immer öfter nachgebe und immer mehr gefrustet werde - ein nicht enden wollender Kreislauf? Ich hoffe nicht! Denn so, wie man sich als Ehefrau "verlieren" kann, in dem man viel macht, weil es eben dem Gatten gefällt, läuft man wohl auch als Mutter Gefahr, dass man selber auf der Strecke bleibt, wenn alles bloß "zum Wohle des Kindes" entschieden wird!

Dabei wäre das gar nicht so schlimm, wenn ich nur ab und an das Gefühl hätte, es wäre geschätzt und gewürdigt! Wenn ich z.B. sähe, dass sie etwas was ich ihr gekauft habe, weil sie es unbedingt haben wollte, auch mit Respekt behandelt und drauf acht gibt.  

1.2.08 23:50

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


esmee / Website (2.2.08 12:15)
Das mit dem "Zurückstecken" ist eigentlich normal. Als Mutter gibst du, weil du es gerne tust. Es ist dein Kind. Für mich sind Kinder eine Leihgabe der Natur, damit ein begrenztes Objekt meines eigenen Wunsches. Die Natur hat mich zur Mutter werden lassen, dafür gebe ich und erhalte nur in sofern etwas zurück, als mein Kind weis wo es mich finden kann, wenn es der Unterstützung bedarf, bis es eigenverantwortlich sein Leben führen oder fristen kann. Wenn eure Beziehung bis zu dem Zeitpunkt eine gute war, dann wird sie es auch aus der Entfernung heraus noch sein. Aber Dankbarkeit solltest du nicht in deinen Wortschatz lassen, wenn es dir um Anerkennung deiner Leistungen in der Erziehuingsphase geht. Da musst du zwangsläufig scheitern. Betrachte es als ein Geschenk der Natur, dass du dich rund zwanzig Jahre um ein Kind kümmern, Einfluß auf ein Lebewesen haben, deine Vorstellungen von Lebenswert vermitteln durftest. Denn wenn du Pech hast, reist genau danach die Verbindung. Alleine die Erinnerung an die Zeit der Kinder-/Schulzeit deines Kindes, wird dir dann Trost spenden können. Betrachte es also von Anbeginn positv, es ist ein Geschenk Kindern etwas vermitteln zu dürfen.
LG esmee


Claudia / Website (4.2.08 10:38)
Für die Erziehung seines Kindes, gerade vom Kind selber Dankbarkeit zu erwarten ist, glaube ich, der falsche Weg. Du selber kannst nur dankbar darüber sein, wenn deine Erziehung so gelungen ist, wie du dir es mal vorgestellt hast. Ich bin immer sehr dankbar darüber, dass meine Kinder so sind wie sie sind. Keine Chaoten, keine Schulverweiger. Sie sind nicht arrogant, andere Menschen haben sie gern um sich, sind lieb zu allen in der Familie und auch nett zu den Nachbarn, lernen fleißig (wenn es auch mehr sein könnte)
Wenn es dir aber so viel aus macht, dann solltest du etwas ändern und vielleicht nicht immer zuerst an deine Tochter denken, sondern auch mal an dich. Wenn deine Tochter dann nachfragt, kannst du mal mit ihr über deine Gefühle sprechen...??

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